Von Dkfm. Helmut A. Wagner bisher erschienen:

2010:    "Erinnerungen an Nigeria – aus dem Tagebuch eines Handelsdelegierten"
2008:    "Dr. Zorres schlägt zu! Die unglaublichen Geschichten aus dem Leben eines Landarztes"


"Erinnerungen an Nigeria aus dem Tagebuch eines Handelsdelegierten (Dkfm. Helmut A. Wagner)

Format: A5, Hardcover, fadengebunden; 142 Seiten, mit einigen Farbfotos; Gewicht = 355 g
(dankenswerterweise zur Verfügung gestellt von Studio 22, www.studio22.at in Lustenau);
ISBN 978-3-900044-31-2; POSS Verlag, Wien.

Preis: Euro 21,- (inkl. 10 % MWSt),
einige Softcovers (Taschenbücher) sind ebenfalls noch erhältlich, 
Preis: Euro 19,- zzgl. Versandspesen

Helmut Wagner hat sich von 1973-78 als Handelsdelegierter in Nigeria aufgehalten, und dortselbst einen sehr intensiven Eindruck des Landes und seiner BewohnerInnen gewonnen. 
Sein in erster Linie witzig-zynischer Schreibstil vermag nicht darüber hinwegzutäuschen, dass die Lebensumstände in diesem Land nicht für viele angenehm waren.
Nichts destotrotz steht das Lesevergnügen im Vordergrund. Und man lächelt unwillkürlich über Skurriles.

Nigeria, Cover

Nigeria, Umschlag Rückseite


 Leseproben     Helmut A. Wagner

"Erinnerungen an Nigeria – Aus dem Tagebuch eines Handelsdelegierten 1973–1978"

Wasserhygiene

Schon ehe wir nach Lagos kamen, informierten wir uns über die Hygiene in tropischen Klimazonen und über die Gefahren von Malaria, Gelbsucht, Hakenwürmern und natürlich vor allem Darmerkrankungen, deren Verursacher in der Regel verseuchtes Wasser ist.
Wir nervten dann auch in der Anfangsphase alle Gastgeber mit der Frage, ob das Wasser, aus dem die obligaten Eiswürfel zu den Drinks gemacht wurden, wohl genügend lange gekocht wurde, und manchmal insistierte meine Frau, den Herstellungsprozess der Eiswürfel zu prüfen. So ging es die ersten Wochen, bis wir bei uns einen größeren Empfang veranstalteten.
Die Cateringfirma kam, baute die Bar auf und dann, ich traute meinen Augen nicht, wurde aus dem Kastenwagen ein Eisblock auf einen ziemlich schmutzigen Jutesack geworfen. Ein Arbeiter mit einem Beil zerhackte den Eisblock, um dann die Eisstücke aufzusammeln und händisch in einen Kübel zu werfen.
Beim Empfang stand ein weiß gekleideter sauberer Kellner hinter der Bar, der mit einer Silberzange die Eisstücke aus einer Schale nahm und elegant in die Drinks legte. Von da an gaben wir es auf, den Werdegang der Eiswürfel zu erforschen.


Die Leichenentsorgung

Unser Haus lag am Wasser und wären nicht mit Ebbe und Flut Abfall, Tierkadaver und manchmal auch Menschen angeschwemmt worden, wäre der Ausblick von der Terrasse richtig schön gewesen.
Unsere Hausangestellten hatten im Garten lange Stangen, mit denen sie Kadaver, ob Tier oder Mensch, wieder in die Strömung hinausstießen, damit es uns nicht so wie dem Chef der SWISSAIR ergehen sollte, der drei Häuser von uns entfernt wohnte.
Bei ihm war eine Leiche, die Zeichen eines Ritualmordes aufwies, angeschwemmt worden. Da er neu in Lagos war, informierte er die Polizei. Diese kam tatsächlich, aber nicht um eine Tatbestandsaufnahme zu machen, sondern um darauf zu warten, dass jemand die Leiche anfordern würde.
Es kam natürlich niemand und so verweste die Leiche bei tropischer Hitze und verbreitete einen schrecklichen Gestank. Der SWISSAIR-Mann musste ins Hotel ziehen und tat dann nach einigen Tagen das, was er sofort hätte tun müssen. Er zahlte an die Polizisten einen ordentlichen Betrag, damit sie die Leiche entsorgten, und konnte danach wieder in sein Haus zurückkehren.

Ende der Leseprobe

"Dr. Zorres schlägt zu! Die unglaublichen Geschichten aus dem Leben eines Landarztes
(Dkfm. Helmut A. Wagner)

Format: 18,5 x 12,7 cm, Hardcover (klebegebunden), 100 Seiten; Gewicht = 140 g
ISBN 978-3-900044-19-0 (bzw. 3-900044-19-8); POSS Verlag, Wien.
Preis: Euro 12,90, zzgl. Versandspesen 

Dr. Zorres, U1

Dr. Zorres, U4

Einige Textauszüge:

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"Hätte es Dr. Zorres nicht gegeben, hätte man ihn erfinden müssen. Aber Dr. Zorres lebte und war in unserer hochtechnischen rationellen Welt ein Relikt aus vergangenen Zeiten. Unverfälscht und natürlich lebte er stets sein Leben und wurde von allen, die ihn kannten, gefürchtet aber auch verehrt. "
...
"Die kirchliche Trauung war wunderschön, und mit verklärtem Blick trat vor allem die junge, eben angetraute Gattin aus der Kirche. Auch der junge Zorres war wohl aufgrund der Ereignisse nicht voll konzentriert, denn er übersah eine zu Eis gefrorene Wasserpfütze vor dem Kirchenausgang, und ehe er sich’s versah, lag er in seinem schönen wenn auch ausgeborgten Festanzug auf der Nase. ... 

Schließlich wurde er um drei Uhr früh, nach einigen Schnäpsen und Bier nicht mehr ganz nüchtern, seiner Braut übergeben, der er in dieser Nacht wie auch in den nachfolgenden Jahren immer wieder versicherte, dass sein Leben einen ganz anderen Verlauf genommen hätte, wäre er schon beim Hineingehen in die Kirche gestürzt."
...
"Die Mutter war den Buben schon längst nicht mehr gewachsen, und ihr Einschreiten wurde von den beiden nicht einmal ignoriert. Nur wenn Dr. Zorres mit immer lauterer Stimme in der Tür zwischen Ordination und Wohnung „Ruhe!“ brüllte, stellten die Buben für kurze Zeit die Kampfhandlungen ein, um sie nach
wenigen Minuten mit verstärkter Intensität wieder aufzunehmen.
...
Dr. Zorres stürzte aus der Ordination, um den beiden Strolchen die Leviten zu lesen. Aber durch den äußeren Feind sofort geeint kämpften sich die beiden Buben mit Stühlen und Mobiliar, das sie Dr. Zorres vor die Füße warfen, den Weg zum Ausgang frei und verhinderten eine Ergreifung, die in dieser Phase im Hinblick auf den hochroten Kopf und den ins Gesicht geschriebenen Zorn nicht ratsam erschien. Normalerweise endete die Jagd an der Stiege, wo Dr. Zorres aufgrund der Schnelligkeit der beiden Buben keine Chance sah, sie einzuholen. Diesmal war der Ärger aber so groß, dass er über die Stiegen hinunter die Verfolgung bis hinaus auf die Straße aufnahm, wo Dr. Zorres – die Buben hielten geschickt einen Respektabstand – im Ärztekittel laut schimpfend die Hauptstraße entlanglief und abwechselnd Pflastersteine, Ziegel, Stöcke und was sich halt so unterwegs fand, seinen Buben nachwarf. Der ganze Ort war Zeuge, als die beiden Rangen über die geringe Treffsicherheit ihres Vaters tief enttäuscht kopfschüttelnd über einen Zaun kletterten und verschwanden, während Dr. Zorres gedemütigt und ohne das angestrebte Erfolgserlebnis, zumindest einen seiner Söhne ordentlich verprügelt zu haben, mit gesenktem Haupt durch ein Spalier höhnisch grinsender Mitmenschen den Rückweg zur Ordination antreten musste."

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Der Rest der 100 Seiten ist ebenso witzig geschrieben, handelt u. a. auch von Begebenheiten aus dem Krieg, ist somit nicht zuletzt ein Bild der Zeit.